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Vienna Beer Week: Wiener Brauer geben sich die (Hawid)Ehre

Vienna Beer Week: Wiener Brauer geben sich die (Hawid)Ehre

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Zu einem Bierkulturabend der etwas anderen Art hatte im Rahmen der Vienna Beer Week das Hawidere in Wien 15. geladen. Und so hieß es dann ab 19:30 Uhr: „Meet the Brewers!“.

Hawi-Domi
Führte mit viel Liebe zum Bier durch den Abend – Dominique Schilk

Biersommeliére, Braufrau und Chefin des Hauses Dominique Schilk führte durch den Abend, zu dem sie aus Wien und Umland Brauer der unterschiedlichesten Art eingeladen hatte. Nachdem das Vorwissen der 38 Gäste durchaus unterschiedlich war, gab es noch eine kurze Einführung in die Bierverkostung, so dass für alle das maximale Genusserlebnis sichergestellt wurde. Im Verlauf des Abends entstanden dann auch immer wieder interessante Diskussionen, zu welchen Speisen denn das eine oder andere Bier wohl passen möge. „Foodpairing“ war hier das Stichwort. Nicht immer war man sich hier gleich einig – aber neue Ideen brachten immer auch eine neue Perspektive auf das Bier. Und das ist ja bei Craftbieren das wirklich schöne: Es gibt wenig richtig und falsch – es muss einem selbst schmecken.

Mit Markus Führer aus der Gablitzer Privatbrauerei machte eine kleine Craftbierschmiede im 10hl Maßstab den Anfang und präsentierte den Gästen sein „Corma“ – ein Keltenbier. Auf Basis eines Märzens hatte der vor gut einem Jahr vom Werber zum Brauer konvertierte Quereinsteiger in die professionelle Brauszene seine Gedanken, wie denn die Kelten wohl ihr Bier gebraut haben könnten, in den Sudkessel gebracht.

Hawi-Lax
Ein Saison aus Laxenburg von Heimbrauer Alexander Knez

Danach folgte mit Alexander Knez ein Hobbybrauer aus Laxenburg, der sein Saison „Papillon Jaune“ in 50 Liter Chargen braut. Spannend auch hier zu sehen, dass die Biere allesamt unglaublich unterschiedlich waren, aber genau so das breite Spektrum der Möglichkeiten im Craftbier Sektor abbildeten. Gerade die Biere der anwesenden zwei Hobbybrauer waren für viele Gäste natürlich echte Highlights, denn wann hat man schon einmal die Gelegenheit – außer man hat selbst welche im Bekanntenkreis – Biere aus dem Amateurlager zu verkosten.

Hawi-Gablitzer
Auch untereinander wurde gefachsimpelt – Hobbybrauer Thomas Prenner und Markus Führer von der Gablitzer Privatbrauerei

Das „7484 Domrep Pils“ folgte und ist natürlich das Produkt des Hauses selbst, das Dominique zusammen mit Bierol in Tirol als Collaboration Brew eingebraut hatte. Innerhalb von drei Bieren also schon drei verschiedene Arten von Braumöglichkeiten. Das muss man erst einmal zusammenbringen. Das Domrep Pils übrigens wurde bereits mehrfach ausgezeichnet – jüngst als bestes österreichisches Pils und für sein durchaus kreatives und künstlerisch wertvolles Etikett.

Hinter „Black Glasses Brews“ verbarg sich mit Thomas Prenner direkt im Anschluss der zweite Hobbybrauer, der mit seinem „Imperfect IPA“ sein Licht deutlich unter den Scheffel stellte – für viele der Anwesenden war dies das beste Bier des Abends. Was natürlich beweist, dass auch im Amateurstatus gute Bierkreationen entstehen, die dann nicht selten irgendwann in eine professionelle Karriere münden. Markus Führer aus Gablitz ist ja eines der besten Beispiele hierfür.

Hawi-Brauwerk
Mike Neureiter hatte als Brauerei aus Ottakring etwas imperial wienerisches auf Lager

Sicher die größte und professionellste Brauerei schloss sich unmittelbar an und steckte somit die Extreme der anwesenden Brauer ab. Mike Neureiter vom Brauwerk aus Ottakring präsentierte das Imperial Vienna Lager. Eine sehr malzlastige und auch alkoholisch kräftigere Interpretation des alten Wiener Bierstils.

Hawi-Wieden
Der Wiedener Weihnachtsbock und sein bayerischer Braumeister

Den Abschluss des Abends machten zwei Institutionen der Wiener Gasthausbrauereien untereinander aus. Der Braumeister des Wieden Bräu aus dem 4.Bezirk, Bernd Kistler , machte den Anfang und brachte neben dem Wiener Schmäh noch eine gute Portion bayrischen Humor mit. Natürlich aber auch seinen Weihnachtsbock, der zur Verkostung angeboten wurde, und mit einer sehr spritzigen Kohlensäure aufwartete, die dieses gehaltvolle Bier gefährlich süffig macht.

Nach so vielen – nicht ganz leichten Bieren – war der Name des letzten Bieres aus der 1516 Brewing Company fast schon so etwas wie eine Kombination aus Zungenbrecher und Alkoholkontrolle. Was recht kurz als „Russian Imperial Stout“ angekündigt wurde, hört eigentlich auf den vollständigen Namen: „Tres Conejones 15 – Tovarich Sanchez Bourbon Cask Matured Mexican Chocolate Russian Imperial Stout“. Vorgestellt wurde das Bier vom Braumeister Christian Atzinger persönlich.

Hawi-1516hinten
Der längste Biername des Abends kommt aus dem Lokal mit dem kürzesten Namen: 1516

Nach dem offiziellen Ende war natürlich lange noch nicht Schluss. Die Brauer waren noch länger anwesend und standen dem Publikum mit Antworten auf dessen Fragen gerne zur Verfügung. Aufgrund der unterschiedlichen Brauerkarrieren waren hier auch spannende Geschichten aus dem Berufsleben eines Brauers aufzuschnappen. Für manche Gäste ein Traumberuf – für zumindest vier der Brauer ein Traum, der zum Beruf geworden ist.

Aber auch untereinander tauschte man sich aus und es schien so, als hätten sich an dem Abend unter den Brauern schon zwei mögliche neue Collaborationen angebahnt. Man darf gespannt sein, welche Biere vielleicht bei dieser Veranstaltung ihren Keim hatten.

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