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Volle Hose – Gurken Gose

Volle Hose – Gurken Gose

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Kaum ein Bier in Deutschland ist so fix verankert mit seinem Braumeister wie die Gurken Gose von David Hertl aus der gleichnamigen Braumanufaktur im fränkischen Schlüsselfeld.

Die Geschichte beginnt eigentlich 2016 als André Busigl, einer der großten Gurkengärtner Bayerns, mit David in Kontakt kommt. Dabei ist zunächst einmal nicht der Brauer, sondern der Gärtner die treibende Kraft, denn dieser träumt schon länger von der Verwendung seiner Gurken in einem Getränk.

Den finalen Kick bekommt dieses Projekt nur kurz darauf, denn David Hertl und Marc Gallo von Hopfmeister aus München haben schon länger im Kopf einen Kollaborationssud zu machen. Dabei steht „was Saures“ ganz oben auf der Ideenliste.

Irgendwann sind dann wohl die Sicherungen bei allen Dreien komplett durchgebrannt und die aberwitzige Idee einer „Gurken Gose“ ward geboren. Gar nicht so leicht im Freistaate Bayern, und so ziehen die Protagonisten mit ihrer Idee nach Tschechien zu Rodinný Pivovar in Zichovec.

Dem fertigen Produkt war die geballte mediale Aufmerksamkeit sicher. Ich kann mich noch gut an eine Schlagzeile der BILD Zeitung im November 2017 erinnern, die natürlich über den verrückten Braumeister und sein Gurkenbier (und dessen Brauverbot in Bayern) berichtet hat.

Inzwischen ist man wohl beim 6.Sud angelangt und auch gehen die Gurkenbrauer nunmehr getrennte Wege. Die „originale“ Gurken Gose braut David Hertl weiter und Marc Gallo von Hopfmeister bringt seine Interpretation des „Herumgurkens“ an den Start. Und Schwupps hat Deutschland zwei gurkige Gosen.

Optisch erwartet uns eine dunkle gelbliche Farbe mit wenig Schaum obenauf. Das passt stilistisch natürlich. Die Nase bekommt es dann mit der vollen Dosis Gurkensalat zu tun. Intensiver Dill, etwas Essiggurke und andere Kräuter erfreuen mich aromatisch.

Im Trunk ist das Bier säuerlich frisch. Natürlich bleibt der grundsätzliche Tenor der „Gurkensalat“. Aber auch die gosetypischen salzigen Nuancen, eine schöne Säure, etwas Koriander sucht man nicht vergebens.

Auch mit einer dezenten Präsenz der verwendete Rohweizen spielt hier mit. Insgesamt nur minimal süßlich und leicht fruchtig.

Der Körper ist ebenfalls stiltypisch schlank angelegt, eine dezent spritzige Kohlensäure mit cremiger Textur auf der Zunge runden das Erlebnis ab.

Das Finish geht dann eher schnell. Dezent süßlich. Es bleibt frisch und der Grundtenor ist und bleibt die frisch geschnittene Gurke.

Insgesamt extremst erfrischend und verrückt – aber eben auch saugut!

Prost, Cheers und Ahoi

Prost, Cheers und Ahoi

proBIER-Wertung:..
Alkohol:4,0 Vol%
Stammwürze:10,9 °P
Bittereinheiten:12 IBU
Trinktemperatur:5 – 7 °C
Bierstil:Gose
Anschrift:Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
+43-9552-981028
info@braumanufaktur-hertl.de
www.braumanufaktur-hertl.de