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LIDL Steam Brew am #SupermarktSamstag

LIDL Steam Brew am #SupermarktSamstag

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Lange sind wir in Österreich von dem Eichbaum „Steam Brew“ verschont geblieben (vielleicht hatte ich vorausgegangene Aktionen auch nur verdrängt). Letzten Mittwoch war es dann aber soweit und LIDL Österreich hatte das Bier tatsächlich wieder mal im Programm.

Ein Imperial IPA wird für 0,60 EUR unter dem Namen „Steam Brew“ verkauft. Hinter dieser Aufmachung steckt die deutsche Eichbaum Brauerei, die im Lagerbier Bereich durchaus bekannte Produkte zu bieten hat.

Aber mir hat es beim ersten Mal schon die Sprache verschlagen, als ich dieses Bier einmal in der Werbung gesehen habe: Die Ähnlichkeit zu den Steamworks Bieren aus Kanada bzw. Deutschland ist nun wirklich nicht zu übersehen. Die gesamte Aufmachung wirkt einfach wie in der Schule vom Nachbarn abgemalt. Die Erklärung welchen Zusammenhang „Steam Brew“ mit dem Bier hat, die bleibt man vorsichtshalber auch schuldig. Stattdessen eine –  meiner Meinung nach – an den Haaren herbeigezogene Geschichte des „Jünglings“, der aus der Brauerei auf Wanderschaft geht und mit diesem Bierrezept irgendwann wieder zurück aus der weiten Welt kommt.

Puh, also erstmal kräftig durchatmen. Aber dann fällt mein Blick auf die Aufschrift „Craftbeer Resistance“. Oha! Der Freiheitskämpfer für Hopfen- und Aromenvielfalt verbirgt sich in der Dose? Nach schauen wir doch schnell einmal, was an Zutaten da so enthalten ist. Hier geht alles noch streng nach Reinheitsgebot zu. Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt und Hefe. Da haben wir es also: Das Extrakt. Was bitte hat das in einem Bier der selbsternannten „Craftbier Widerstandsgruppe“ verloren?

Ein Extrakt, das nur zum Einstellen der Bittere in einem Bier geeignet ist, das keine nennenswerten Aromen mit sich bringt. Hmmm, echt jetzt?

Am Ende sind es 7,8 % Alkohol und bockige 16,8° Plato, mit denen das Bier an den Start geht. Die 45 IBU hätte man sicher auch dem dann wohl doch verwendeten Hopfensorten Yellow Sub und Mosaic erreichen können. Man hätte nur mehr davon gebraut als es die 0,60 EUR Verkaufspreis hergeben. Auch der Verweis beim Malz auf die „aufwendig hergestellten Malze“ bringt nicht mal ansatzweise Infos über Karamellmalze oder sonstige Spezialmalze. Und die Brauerei, die auf ihre Zutatenliste „lieblos und einfach hergestelltes Malz“ schreibt, die muss wohl noch gebaut werden.

Kommen wir aber mal zum Wesentlichen – dem Inhalt der Dose! Eingeschenkt sehe ich eine getrübte orange goldene Farbe. Obenauf ein kräftiger, cremiger weißer Schaum. Soweit so gut.

Die erste Enttäuschung kommt bereits im Aroma: malzig, würzig und etwas Zitrusfrucht. Das war´s. Und nicht einmal intensiv. Woher auch, wenn man die Säcke mit dem Yellow Sub und Mosaic gefühlt nur einmal um den Kessel herumgetragen hat. Aromen kommen so keine ins Bier.

Und auch das ist hier dann im Trunk deutlich zu spüren. Eine sanfte Malznote, kräftiger karamellig, insgesamt süßlich. Aber eben kaum Bittere und nur dezente Aromen von Zitrone und Grapefruit. Da geht mit den Hopfensorten schon deutlich mehr.

Ein mittlerer Körper mit ebenfalls mittlerer Kohlensäure. Nur im Nachtrunk dann etwas etwas Alkohol sowie etwas trockener.

Weniger Komplexität bei einem Double IPA geht vermutlich kaum noch. In Summe aber dann doch nicht so schlimm wie erwartet. Dennoch: das Aroma ist in allen Lagen einfach zu dezent.

Prost, Cheers und Ahoi

proBIER-Wertung:..
Alkohol:7,8 Vol%
Stammwürze:16,8 °P
Bittereinheiten:45 IBU
Trinktemperatur:7 – 9 °C
Bierstil:Imperial IPA
Anschrift:Privatbrauerei Eichbaum Mannheim
Käfertaler Strasse 170
68167 Mannheim
Deutschland
+49-621-33700
info@eichbaum.de
www.eichbaum.de