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„Strength in numbers“ – das neue stärkste Bier der Welt

„Strength in numbers“ – das neue stärkste Bier der Welt

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Lange war es ruhig um den – fast schon als legendär zu bezeichnenden – Wettbewerb rund um das „Stärkste Bier der Welt“ zwischen den schottischen Bierpunks von BrewDog und der fränkischen Bastion Gunzenhausen mit Georg „Schorsch“ Tscheuschner von Schorschbräu.

Ausgerufen hatten den Wettbewerb die Schotten im November 2009 als sie dem im Februar auf den Markt gekommenen „Schorschbock 31“ ihren „Tactical Nuclear Penguin“ mit 32% Alkohol entgegensetzten.

Bis zu diesem Zeitpunkt lag das von Samuel Adams 2007 erstmals gebraute „Utopia“ mit 27% an der Spitze der Weltrangliste.

Jetzt sollte es aber schnell gehen und Schorschbräu legte noch im Dezember 2009 den „Schorschbock 40“ auf, der den vermeintlichen Rekord der Schotten nicht nur übertraf, sondern weit hinter sich ließ.

Eine Schmach für die schottischen Highlander? Mit Nichten! Die Braveheart Gene waren entzündet und wieder hielt der Rekord aus Franken nur zwei Monate und James Watt und Martin Dickie schlugen mit ihrem „Sink the Bismarck“ IPA und 41% Alkohol im Februar 2010 zurück.

Eine Rechnung, die man ohne den Schorsch gemacht hatte, und auch die deutsche Ehre war nun etwas angestachelt. Ganze drei Monate dauerte es nun, bis im Mai 2010 der „Schorschbock 43“ mit ganzen zwei Prozent mehr zurückschlug.

Mit dieser vergleichsweisen kleinen Bewegung wähnte man sich in Ellon bei BrewDog wohl in Sicherheit und wieder ließ die Antwort nicht lange auf sich warten. Im Juli 2010 war es dann soweit. Mit damals aberwitzigen 12% Alkohol mehr – also 55% – ging das Antwortbier an den Start. Man wähnte sich mit diesem Schlag so sicher als Sieger, dass man den Wettbewerb für beendet erklärte und das Buch des stärksten Bieres zuschlug.

Folgerichtig war „End of History“ der Name dieses Bieres, das in Flaschen abgefüllt wurde, die im Körper ausgestopfter Squirrels steckten. Marketingtechnischer Wirbel war den Braueren sicher – gepaart mit reichlich Kopfschütteln, ob des wieder einmal unter Beweis gestellten extremst schwarzen britischen Humors.

Das Bier jedoch war derart limitiert, dass nur Wenige in den Genuss (?) eines Kostschlucks gekommen sein dürften. Egal, Rekord ist Rekord!

Die Schlacht schien geschlagen und es war in den Folgemonaten ruhig im Frankenlande. Sollten die Schotten also recht gehabt haben? Der Oktober 2011 belehrte uns eines Besseren. Und ganz unbescheiden verkündete Schorschbräu: „Es ist erst vorbei, wenn der Schorsch sagt, dass es vorbei ist!“. Mit diesen Worten wurde der „Schorschbock 57“ mit zuletzt 57,7% Alkohol (andere Versionen hatten auch mal 57,5%) auf den Tisch gestellt und sorgte für eine 9-jährige Ruhe und hielt den Titel auf deutschem Boden.

Im Frühjahr 2020 kam es dann aber zu einer nicht zu erwartenden Wendung. Das zwischenzeitlich verstaubte „rote Telefon“ zwischen Gunzenhausen und Ellon läutete. Geläutert und schwach von den Niederlagen der Vergangenheit, aber auch vielleicht ein wenig Altersweise suchten James und Martin von BrewDog beim Starkbier Großmeister höchst persönlich um Versöhnung an. Sie stimmten ihn mit einem großen Eichenfass und einem darin für 10 Jahre gelagerten Bier milde und es kam, wie es nicht kommen musste: „Schorschbräu und BrewDog“ begraben das Kriegsbraupaddel und kollaborieren beim (vorläufig) finalen „Stärksten Bier der Welt“ miteinander.

Wir dürfen also vorstellen: Das „neue“ stärkste Bier der Welt! Hergestellt von zwei ehemalig erbitterten Kontrahenten, vereint im Spaß am Starkbier. Das Motto lautete „Stronger together“ und könnte damit natürlich auch eine Nachricht in die Welt sein, die man sich in vielen Bereichen zu Herzen nehmen könnte und sollte.

Die Analyse bestätigte dann knapp aber doch: Ein neues Weltrekordbier mit 57,8% Alkohol wurde aus der Wiege gehoben. Die Nachkommastelle machte den Unterschied und folgerichtig liegt also die wahre „Stärke in den Zahlen“. Vertrieben wird das Bier von BrewDog ab Mitte September 2020 und ist wieder nur in streng limitierter Auflage erhältlich. Diesmal aber in Kleinstbügelflaschen, die es dann doch einer größeren Anzahl von Bierverrückten ermöglichen sollte an dieses Bier zu kommen und zu verkosten.

proBIER.TV hatte tatsächlich – und wirklich ungeplant – die Gelegenheit dieses Bier als allererste nach Schorsch selbst, das Bier trinken zu dürfen. Wie es geschmeckt hat erfahrt ihr in dem Video. Was auch ich nicht herausfinden konnte: War es das jetzt? Die Antwort wird wohl nur die Zeit geben.

Prost, Cheers und Ahoi!

proBIER-Wertung:..
Alkohol:57,8 Vol%
Stammwürze:keine Angaben °P
Bittereinheiten:keine Angaben IBU
Trinktemperatur:18 – 20 °C
Bierstil:Extremes Starkbier
Anschrift:Schorschbräu GmbH
in Kollaboration mit BrewDog, Schottland
Richard Stücklen Str. 7
91710 Gunzenhausen
+49-9831-883250
info@schorschbraeu.de
www.schorschbraeu.de