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Leipziger Gose – das originelle Original

Leipziger Gose – das originelle Original

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Gestern habe ich meinen Augen nicht getraut, als ich meinen Kühlschrank nach der #DryJanuary Aktion ein wenig aufgeräumt und sortiert habe.

Finde ich da doch glatt eine Flasche der Leipziger Gose von der „Bayerischer Bahnhof“ Brauerei.

Na klar, ich hatte mit Basti von Hopfenblütentee Bierblog vor kurzer Zeit einen Bottleshare gemacht und wohl mein Interesse an diesem Bier erwähnt. Als das Paket dann kam, da war die Zeit knapp und ich habe schnell alles kaltgestellt. Offenbar habe ich mir die Biere da nicht so genau angesehen. Und nun halte ich es in den Händen und freue mir ein Loch in den Bauch.

Die Gose ist ein altdeutscher Bierstil, dessen Geschichte eng mit der Stadt Goslar verbunden ist, durch die das Flüsschen „Gose“ fließt. Aus diesem wurde dann auch das Brauwasser für die „Gose“ gewonnen. Im Mittelalter verbreitete sich die Gose vom Harz aus und fand vor allem Liebhaber in der Gegend um Leipzig. Voilá so wären wir schon mal in der Herkuftstadt des heutigen Bieres.

Der Bierstil Gose hat also eine lange Vergangenheit und weist Ähnlichkeiten mit der Berliner Weissen oder Geuze aus Belgien auf. Früher vergärte die Gose wie fast alle Biere mit wilden Hefen. Heute ist es eine Mischung als obergäriger Hefe und bakterieller Milchsäuregarung, die der Gose ihren eigenen Geschmack gibt. Auch gehört die Zugabe von Salz und Koriander zu den Kennzeichen einer echten Gose.

Der zweite Weltkrieg löschte die Goseproduktion in Leipzig komplett aus. Auch zwischenzeitliche Versuche Ende der 1940er Jahre, die Gose noch einmal wiederzubeleben, endeten spätestens 1966.

Erst 1986 war es kurz vor der Wende wieder soweit als Lothar Goldhahn in der Weißbierbrauerei des damaligen VEB Getränkekombinats erstmals eine Gose nach alter Rezeptur brauen und in einer sanierten Gosenschänke wieder ausschenken lies.

Die zweite Gosenschenke mit hauseigener Gosebrauerei eröffnete im Jahr 2000 der Thomas Schneider aus Weißenburg im sanierten Bayerischen Bahnhof, aus dem auch das heutige Fläschchen kommt. Inzwischen ist die Gose langsam wieder auf den Getränkekarten in Leipzig zu finden.

Optisch präsentiert sich die Gose mit einer trüben goldgelben Farbe und weißer kleiner Krone. Schon im Aroma ist die leichte Milchsäuere und Koriander gut auszumachen. Eine leichte fruchtige Zitrus- und Aprikosennote rundet das Aroma ab.

Der Antrunk gestaltet sich dann angenehm und erwartungsgemäß mit einer leichten Säure. Schon hier ist man geneigt an Sekt erinnert zu werden. Ein wenig Weizen, Koriander und Salz mischen sich in das geschmackliche Bild.

Ein doch etwas überraschender mittlerer Körper mit lebhafter Kohlensäure und wenig Trinkwiderstand unterstreicht die erfrischende Wirkung dieses Getränks.

Der Nachtrunk fällt nicht nur trocken, salzig und säuerlich aus, sondern auch sehr kurz.

Ein tolles Bier für das ich mich noch einmal ganz herzlich bei Hopfenblütentee Bierblog und Basti bedanken möchte.
Prost, Cheers und Ahoi

proBIER-Wertung:..
Alkohol:4,5 Vol%
Stammwürze:10,8 °P
Bittereinheiten:keine Angaben IBU
Trinktemperatur:5 – 7 °C
Bierstil:Gose
Anschrift:Bayerischer Bahnhof
Bayrischer Platz 1
04103 Leipzig Deutschland
+49-341-1245760
info@bayerischer-bahnhof.de
www.bayerischer-bahnhof.de