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“The Leading Beers” – Ein neues Bierfestival besteht die Feuerprobe mit Bravour

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TLB06Am vergangenen Wochenende fand das Bierfestival „The Leading Beers“ zum ersten Mal in Amberg (Bayern) statt. Viel wurde vor und danach bereits über dieses Festival geschrieben, bei dem es sich eigentlich um ein studentisches Projekt von Ideengeberin Nicole Püschel und Prof. von Rhein gehandelt hat. Ich persönlich finde es immer Schade, wenn dies zu oft betont wird. Warum? Nun Ziel solcher Projekte soll es ja sein, die Studenten mit der Wirklichkeit zu konfrontieren – also kann und muss der Anspruch sein, im eigens gesteckten Rahmen so gut zu sein wie die „Großen“. Immer wieder zu betonen, dass man ja „nur“ ein studentisches Projekt sei ist für mich deshalb grundsätzlich ein falscher Zugang. Und um eines gleich vorweg zu nehmen: Sie haben ihre Sache mehr als professionell und gut gemacht.

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Das Festival war an beiden Tagen gut besucht, laut Veranstalter wäre für maximal 60 Gäste mehr noch Platz gewesen bevor die Halle für weitere Besucher hätte gesperrt werden müssen, na bitte!

TLB02Im Vordergrund natürlich stand das Bier, das zum überwiegenden Teil aus der Amberger Gegend bzw. aus Bayern kam. Natürlich aber waren auch weiter gereiste Brauereien vertreten und bildeten so einen tollen Mix aus Bierkreationen, die man verkosten konnte. Wie bei allen Festivals gab es auch eine hauseigene Währung, den „Leading Beers Kronkorken“ mit denen die Bierproben bezahlt werden konnten. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass vielen der Brauer das Interesse an ihren vorgestellten Bieren so wichtig war, dass nicht selten das bezahlen „vergessen“ wurde. TLB04Es haben sich fast an jedem Stand gute Gespräche entwickelt, man war einfach unter sich und konnte nach Herzenslust fachsimpeln. Da machte es auch gar nichts aus, wenn es mal ein Bier gab, bei dem man als Verkostender ehrlich zu erkennen gab, dass das nicht den eigenen Geschmack getroffen hat. Lobhudelei wollte niemand. Das ist nicht immer so und muss einfach positiv bemerkt werden.

Insofern entwickelte sich eine sehr positive Stimmung, die den ersten Festival Tag zu einem sehr langen Abend werden ließ. Aber ich kann für mich behaupten sehr viele neue interessante Biere kennengelernt zu haben, neue Menschen und Gesichter hinter den Bieren kennengelernt zu haben und auch Neues aus der Bierwelt mitgenommen zu haben.

TLB05Auch an Rahmenprogramm wurde nicht gespart, so passierte fast immer etwas auf der großen Bühne, die zumindest von fast allen Ständen hörbar war. Hier hatte man sich mit der geplanten Symbiose aus Kultur, Kunst und Kulinarik die Latte selbst sehr hoch gelegt – auch hier wurde diese aber ohne zu reißen locker übersprungen. Man kann sicher nur erahnen wie viel Arbeit in einer Modenschau steckt, die derartig viele Bierstile in Mode und Frisur darstellt, wieviel Kopfzerbrechen eine Vernissage nur mit “Bierkunst” verursacht. Auch das Kabarett war wirklich Weltklasse – als Musiker kann man vor der künstlerischen Leistung von André Hartmann nur den virtuellen Hut ziehen.

TLB03Und natürlich die Talkrunde am Sonntag, die sich kein geringeres Ziel gesetzt hatte über das „Reinheitsgebot“ zu diskutieren.  Auch hier hätte man sicher leichtere Kost liefern können, aber warum, es waren ja die Protagonisten schon einmal da, dann konnte man sich auch einen Knaller leisten. Die Diskussion selbst zeigte Positionen auf, die natürlich am Ende genauso unvereinbar waren wie zu Beginn der Diskussion, aber zumindest Geisteshaltungen offenbarte, die beim Konsumenten und Teilen der kleinen Brauereien doch heftiges Nachdenken zur Folge haben dürfte. Diejenigen, die nicht dabei waren, sollten sich schon auf den TV-Beitrag freuen, der Mitte November zur Verfügung stehen soll, um diese Diskussion noch einmal genießen zu können.

Seminar 2013 07Ich selbst hatte dann das echte Vergnügen einen Seminarbeitrag leisten zu dürfen, bei dem ich österreichische Bierspezialitäten vorgestellt habe. Insbesondere gefreut habe ich mich über die tolle Resonanz auf die Biere – passte es doch perfekt, dass Österreich quasi am Vortag das Reinheitsgebot endgültig abgeschafft hatte. Dachte ich anfangs noch, dass mein Seminartermin am Ende des Programms nicht günstig wäre, so stellte es sich nachher als riesiger Vorteil heraus, denn keiner beendete unsere Diskussionen vorzeitig. So hatten wir eigentlich nur 40 Minuten Zeit zugebilligt bekommen, so wurden doch locker 70 Minuten voll intensiver Auseinandersetzung mit den mitgebrachten Bierspezialitäten daraus.

Besonderer Dank an dieser Stelle nochmal an die Brauereien für die zur Verfügung gestellten Biere, welche  die Seminarteilnehmer verkosten konnten:

Brauerei Hofstetten – „Kübelbier“
Brauerei Loncium – „Austrian Amber Ale“
Brauerei Gusswerk – „Weisses Nicobar“
Brauerei Gratzer – „Hermann“
Bierzauberei – „Espresso Amber Ale“

Seminar 2013 02
Spannend waren diese Biere nicht zuletzt deshalb, weil keines dieser Biere auf dem Festival sonst erhältlich war – echte Spezialitäten eben.

Es bleibt nun abzuwarten, wie es mit „The Leading Beers“ weitergeht – das Konzept hätte sicher einen festen Platz im Kalender der deutschen Bierfestivals verdient.
Ab sofort können sich Städte und Gemeinden als Veranstaltungsort für “The Leading Beers 2014” bewerben. Informationen dazu auf der Homepage www.theleadingbeers.com